Rezension: Schwesterherz

„Schwesterherz“ ist der erste Teil der zweiteiligen Martin-Brenner-Reihe von Kristina Ohlsson.

Inhalt

Martin Brenner ist Anwalt, ehemaliger Polizist und Adoptivvater von Belle, der Tochter seiner verstorbenen Halbschwester.  Eines Tages kommt Bobby – der Bruder der Serienmörderin Sara Texas – in Brenners Kanzlei und bittet ihn, die Unschuld seiner Schwester zu beweisen. Der Haken: Sara hat gestanden fünf Morde begangen zu haben und sich vor Verhandlungsbeginn von einer Brücke gestürzt. Vor Ihrem Tod soll sie ihren kleinen Sohn entführt und ebenfalls umgebracht haben. Als in Brenners Nachforschungen immer neue Unklarheiten auftauchen, scheinen mächtige Gegner seine Arbeit sabotieren zu wollen.

Buchkritik

„Ausgeruht und verhältnismäßig frisch gefickt, war ich für jeden Kampf bereit“ (S. 237)

Der Erzählton der Geschichte ist ein ganz anderer, als der Fredrika-Bergman-Reihe. Dies liegt nicht an der Übersetzung – Susanne Dahmann war für die Überzetzung beider Reihen verantwortlich. Vielmehr liegt es an der Wandlungsfähigkeit der Autorin, die Ihrem Protagonisten Martin Brenner mit den Konsequenzen einer schwierigen Kindheit leben lässt: Sein afroamerikanischer Vater hat den   Kontakt zu ihm und Brenners Mutter abgebrochen, woraufhin seine Mutter sich in die Alkoholsucht flüchtete. Brenner kompensiert dies mit unzähligen Bettgeschichten, hält jedoch durch die noch sehr vertraute Beziehung zu seiner Exfreundin Lucy sowie seinen Vaterpflichten (die er liebevoll zu erfüllen versucht) ein Stück Normalität in seinem Leben.

Die Geschichte ist gut geschrieben, man fiebert durchaus bei der Handung mit. Allerdings gibt es immer wieder Beschreibungen und Vorwegnahmen, welche die kommende Handlung verraten. Dies hängt vorallem mit den Interviewfrakmenten, die über das Buch verteilt sind, zusammen. Der Sinn dieser erschließt sich mir leider nicht richtig. Sie stellen zwar ein Fazit des bisher gelesenen dar und bereiten in etwa auf die kommende Handlung vor, hätten aber meines Erachtens weggelassen werden können, da sie für die Handlung irrelevant sind.

Die komplette Auflösung wird – aufgrund der Fortetzung im zweiten Buch – nicht gegeben. Glücklicherweise hat dieses Buch jedoch trotz des Folgebandes ein rundes, wenn auch noch etwas offenes Ende.

Fazit

Ein interessanter, wenn auch in einigen Abschnitten vorhersehbarer Auftakt der zweiteiligen Reihe. Viele Fragen wurden in diesem Teil aufgeworfen und vermutlich erst im zweiten Teil beantwortet. Für Fans von schwedischen Krimis und vorallem von Kristina Ohlsson eine klare Leseempfehlung.

Band 2: Bruderlüge erscheint am 13. Juni 2017

Titel: Schwesterherz
Original: Lotus Blues
Autor: Kristina Ohlsson
Verlag: Limes Verlag, 1. Auflage 2017
Preis: 14,99 Euro
- Leseexemplar, Seitenzahlen der Zitate können abweichen -

Vielen Dank an den Limes Verlag für das Rezensionsexemplar!

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