Roman "Der Angstfresser" von Tanja Hanika

Der Angstfresser von Tanja Hanika (inkl. Gewinnspiel)

Letztes Jahr habe ich Scream Run Die von Tanja Hanika gelesen und durch ihre Statusmeldungen bei Twitter war ich neugierig auf ihren neuen Horrorromen „Der Angstfresser“, den ich mir direkt zum Erscheinungstag gekauft habe.

Der Angstfresser im Roman – soviel sei verraten – ist Cheser Harris: Seines Zeichens Autor von Horrorromanen, die sehr erfolgreich verkauft werden. Allerdings ist Chester ziemlich unzufrieden. Er hat das Gefühl, er macht den Menschen keine Angst mehr mit seinen Werken. Mithilfe des durch den Verkauf seiner Bücher angesparten Vermögens will er ein paar ausgewählten Gästen in einer Villa das Gruseln neu lehren. Der Prolog steigt direkt in die Handlung ein. Beim Dinner wird den Anwesenden ziemlich schnell klar, was sich Chester unter einem „spaßigen“ Abend vorstellt…

Mehr will ich zum Inhalt gar nicht verraten. Insgesamt ist es gerade bei diesem Buch gut, möglichst wenig vorab zu wissen. Mir ist bei Geschichten mit Horror und Thrill vorallem ein guter Plot am wichtigsten. Dieser hielt im Roman einige Überraschungen bereit, die ich so nicht erwartet hätte. Auch das Setting hat mir sehr gefallen. Innerhalb der Villa gibt es mehrere Stationen, die Chesters Gästen und uns Lesern an ihre Grenzen bringen sollen (und das gelang in meinem Fall sehr gut!). Alle Stationen / Räume waren sehr gut gewählt: Unheimlich und wie aus einem Albtraum entsprungen.

Sprachlich hat mich der Angstfresser auch überzeugt. Die Autorin findet schöne Metaphern beispielsweise für den von einer Existenzkrise gebeutelten angehenden Autoren und Chester-Harris-Fan Ethan:

Irgendwann war er eingeschlafen, während das Licht seiner Schreibtischlampe weiterbrannte wie ein Leuchtturm, der ihm den richtigen Weg weisen wollte. (S. 26)

Neben Chester ist Ethan der Hauptprotagonist in dem Buch und interessant ist bei ihm, dass er neben dem ganzen Grauen einen sehr widerwärtigen Voyeurismus entwickelt, vor allem bei der Szene, die mich am meisten an meine Grenzen gebracht hat (ich sag nur: „Operation“). Ich sehe zwar Serien wie „The Walking Dead“ oder „Dexter“, aber in „Der Angstfresser“ war für mich insbesondere diese Szene besonders schwer auszuhalten.

Aber vielleicht ist Ethan nur eine Spiegelung von uns Lesern, denn spätestens an dieser Stelle musste ich unbedingt wissen wie das Buch endet.

Fazit

Wenn ihr Horror mögt, solltet ihr den „Angstfresser“ von Tanja Hanika lesen. Super Plot, tolles Setting, unerwartete Wendungen und was den Horror betrifft „kranker Scheiss“ (war für mich schon grenzwertig, aber ich wollte wissen wie es ausgeht).

Titel: Der Angstfresser
Autor: Tanja Hanika
Verlag: CreateSpace (Selfpublishing), April 2018
Seiten: 198
Preis: 11,99 Euro (bei Amazon, kein Affiliate-Link!)

Interview mit der Autorin

Foto Tanja Hanika

Foto: D. Pfingstmann

Im Buch gibt es einige ziemlich eklige Szenen. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Wie hat der Schreibprozess für Dich funktioniert? Hast Du Dich selbst geekelt? Konntest Du das emotional ausblenden?
Der Schreibprozess an sich war wie bei meinen vorherigen Romanen auch. Ich habe inzwischen eine Routine entwickelt, die für mich sehr gut funktioniert und da ist es an sich egal, ob ein Psychohorror, Splatter oder ein Schauerroman produziert wird. Wobei ich sagen muss, dass der Plot nicht so brutal war, wie die Story später dann. Chester ist schuld!^^

Etwas so Heftiges habe ich noch nie zuvor geschrieben. Brutale und ekelige Szenen zwar schon, aber nicht in der Menge und vielleicht auch nichts ganz so hart. Es war schon ein anderes Schreibgefühl als bei einem Psychohorrorroman wie „Zwietracht“. Mir macht Grusel zwar viel Spaß, aber diese Grausamkeiten haben mich manchmal selbst sprachlos gemacht. Hin und wieder habe ich mich gefragt, warum es denn so brutal sein muss, da ich eigentlich lieber düster als blutig schreibe. Aber wenn ein Horrorautor zu einem Horrorabend einlädt, dann muss eben auch etwas Entsprechendes passieren. Wirklich geekelt habe ich mich kaum, sondern war eher überrascht, auf welche Abartigkeiten ich da gekommen bin.

Man fiebert auch und gerade als Autorin emotional sehr mit, aber ich war bisher nie weinend vor dem PC gesessen. Liegt wohl auch an dem Genre, das ich schreibe.^^ Da passiert es mir eher, dass ich das Gefühl habe, gleich fasst eine Monsterhand unter dem Schreibtisch meine Füße an.

In deinen Romanen kommen regelmäßig Schriftsteller vor. In „Zwietracht“ die Autorin Lina und in „Der Angstfresser“ nun Chester. Wie kommt es dazu? Ist das so eine Art „Running Gag“ von Dir?
Ganz generell schreibe ich, was ich selbst gerne lesen möchte und was mich fasziniert. Ich liebe Romane über Bücher und Schriftsteller, daher ist das wirklich eine Thematik, die ich gerne benutze. Ich kenne mich im Autorendasein aus, was mir ja auch Sicherheit beim Schreiben gibt. Ich habe das große Glück, meinen absoluten Traumjob ausüben zu dürfen und bringe das gerne in meine Geschichten ein. Aber in künftigen Projekten werde ich mich ein bisschen zügeln und vorerst sind keine weiteren Schriftsteller-Romane geplant. Zumindest, was die Hauptfiguren angeht. xD

Kannst Du etwas zu Deinen nächsten Projekten erzählen?
Meine nächste Veröffentlichung wird ein Schauerkurzroman, in dem es um Werwölfe geht. Er spielt in Deutschland in den 1780ern. Es geht nicht nur um die Bedrohung durch die Werwölfe, sondern auch um das zwischenmenschliche Misstrauen, wenn niemand weiß, wer sich in einer Vollmondnacht in eine Bestie verwandelt.
Das darauffolgende Projekt habe ich gerade begonnen zu plotten. Es wird ein Horrorroman über Hexen. Mehr verrate ich, wenn der Plot steht. Ich freue mich aber schon riesig darauf, denn etwas derartiges habe ich bisher noch nicht geschrieben. 😀
Beide Projekte sind wieder deutlich „milder“ in der Brutalität als „Der Angstfresser“, aber gruselig und sehr düster sollen sie dennoch werden.

Vielen Dank für Deine Antworten!

Mehr zu Tanja Hanika erfahrt ihr auf ihrer Webseite, Facebook, Twitter und Instagram.


Gewinnspiel

Gemeinsam mit der Autorin habe ich mir ein kleines Gewinnspiel überlegt:

Wie im Interview erwähnt, schreibt Tanja aktuell an ihrem neuen Schauer-Kurzroman, der von Werwölfen handelt. Für eine Nebenfigur sucht sie noch einen Namen, für den Ihr kreativ werden könnt. Folgende Infos stehen euch hierbei zur Verfügung:

Es handelt sich um einen Mann, der zum Ende des 18. Jahrhunderts in Deutschland gelebt haben könnte. Er ist jung und ein Freund des Protagonisten.

Zu gewinnen gibt es ein von der Autorin individuell signiertes Exemplar von „Der Angstfresser“. Tanja wird sich nach der Aktion mit dem Gewinner über die Widmung abstimmen und das Buch dann versenden.

Ausgelost wird unter allen Einsendungen, die als Kommentar unter diesem Beitrag abgegeben werden. Der Gewinner wird in diesem Beitrag und auf Twitter bekannt gegeben. Ein Anspruch auf den Namen im Buch existiert nicht.

Einsendeschluss: So 22.04.2018 um 18 Uhr. Viel Erfolg!

Disclaimer: Teilnahme ab 18 mit Wohnsitz in Deutschland. Der Gewinner ist damit einverstanden, dass ich seinen Namen / Emailadresse an Tanja Hanika weiterleite, damit der Gewinn verschickt werden kann. Keine Barauszahlung des Betrags. Wir übernehmen keine Haftung für bei der Post verloren gegangene Sendungen. Änderungen vorbehalten.

Wir sind gespannt auf eure Namens-Ideen!

Vielen Dank an alle fürs mitmachen!

Weitere Rezensionen:

Janna  | Kerstin  | Christin

11 Antworten

  1. Wie genial, gleich mit Interview und Gewinnspiel *-*

    Ich hab das Buch auch gerne gelesen! Super Verlauf und Chester sprengt die Vorstellungskraft mit dem, was er für seine Gäste bereit hält.
    Das Ende hätte da gerne … aber nein, mehr sag ich hier nicht wegen Spoiler und so, du weißt ja was ich meine.

    Hab einen feinen Sonntagabend, hab dich bei meiner Rezi verlinkt (=

  2. Cathy sagt:

    Also jetzt bin ich ja doch neugierig, was für ekeliges brutales Zeug Tanja sich ausgedacht hat. Da hüpfe ich doch mal in den Lostopf – danke für die Möglichkeit.

    Einen Namen wählen, wenn man die Person kaum kennt, ist echt schwierig. Ich würde einfach mal Edgar vorschlagen.

  3. Karin sagt:

    Tolle Rezi und schönes Interview 🙂 Als Namen schlage ich “Victor” vor

  4. Cary sagt:

    ich stimme für Friedrich – aber Jakob fände ich auch toll.

    Das Buch klingt auf jeden Fall super spannend, ich mag ja so Grusel-Sachen sowieso gerne.

  5. Gabi Beck sagt:

    Vielen Dank für die tolle Rezension. Klingt sehr spannend! Mein Namensvorschlag ist ‚Eduard‘.
    Auch die neuen Projekte hören sich sehr interessant an😃.

  6. Diana sagt:

    Hallo,

    Der Angstfresser steht momentan gerade ganz oben auf meiner Wunschliste. 🙂
    Da hat deine tolle Rezension auch zu beigetragen. Und das Interview ist auch klasse. Eine sehr schöne Zusammensetzung. Dein Foto ist einfach nur super! 😀

    Mir ist da spontan als Name Johann eingefallen. Ich glaube der war zu der Zeit recht modern. 😉

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

  7. Uli sagt:

    Das Buch klingt super, danke für die Rezension.
    Als Name finde ich Julius oder Immanuel gut.

  8. Jessica Turner sagt:

    Will mir das Buch schon seit Wochen holen…vielleicht gewinne ich es ja hier.
    Mein Vorschlag wäre Anton:)

  9. Chris sagt:

    Habe mir gerade das Interview gerade durch gelesen und bin sehr gespannt auf das Buch. Kommt jetzt auf meine Wunschliste…

  10. Simon sagt:

    Für das 18. Jahrhundert schlage ich mal Anton vor 🙂
    Gruß

  11. Sylvia sagt:

    Ein spaßiger Abend im Horrorgenre klingt vielversprechend. Somit ist das Buch auf meiner Wunschliste. Vielleicht habe ich ja Glück.
    Mein Namensvorschlag für eine männliche Figur im 18. Jahrhundert ist Ludwig.

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