Vorstellung VAWi (Fernstudium)

Seit dem Wintersemester 2014 studiere ich den Verbundstudiengang VAWi Wirtschaftsinformatik mit dem Abschlussziel „Master of Science“. Der Verbundstudiengang ist eine Kooperation der Universitäten Bamberg und Duisburg-Essen. Man ist als Studierender frei, bei welcher Universität man sich auf den Studiengang bewirbt, allerdings werden die Klausuren jeweils am Ort der „Heimat“-Universität geschrieben. Da Bamberg nicht weit von meinem Wohnort entfernt ist, habe ich mich für Bamberg entschieden.

Rahmenbedingungen

Bei VAWi gibt es 2 Arten von Studienformen: VAWi90 und VAWi120. Je nachdem, wie viele ECTS im Erststudium – in meinem Fall Bachelor – erlangt wurden, muss entweder die 90er oder die 120er Version studiert werden:

VAWi90: 13 Module, 2 Projektarbeiten, eine Masterarbeit

VAWi120: 19 Module, 2 Projektarbeiten, eine Masterarbeit (man kann bei dieser Variante auch statt 19 Module  16 Module absolvieren und 3 ABK (=Anrechnung beruflicher Kompetenzen) erlangen. Jedoch habe ich hiermit noch keine Erfahrungen gemacht und bisher auch von keinem Kommilitonen erfahren, wie genau das funktioniert bzw. ob dies empfehlenswert ist).

Aus den knapp 40 Modulen von denen knapp 20 je Semester angeboten werden, hat man freie Auswahl. Man ist an keine Modulgruppe gebunden und kann jedes Semester nach Interesse und Neigung wählen. Es gibt bei einigen Modulen zwar Empfehlungen, welches Modul als Vorerfahrung zu wählen ist, jedoch ist dies keine Restriktion. Eine Liste der aktuellen Module gibt es an dieser Stelle.

Zu den Präsenzphasen gehe ich weiter unten näher ein.

Die Kosten sind meiner Meinung nach sehr fair. Neben den regulären Semestergebühren die an jeder Universität anfallen um sich zurück zu melden, wird pro gebuchtes Modul/ Projektarbeit / Masterarbeit abgerechnet. Man bekommt somit nach seiner Modulwahl eine Sammelrechnung im Semester. Für meine Studiengangsvariante liege ich bei ca. 11.000 Euro (verteilt auf ca. 5 Jahre). Da man das Studium von der Steuer absetzten kann, bekommt man dann i.d.R. am Ende das Jahres was zurück.

Bewerbung

Für die Bewerbung werden die regulären Unterlagen wie Zeugnisse benötigt. Des weiteren muss eine mindestens 1-jährige Berufstätigkeit nach dem Erststudium nachgewiesen werden, sowie ein Motivationsschreiben der Bewerbung beigelegt werden. „Och nö“, habe ich mich anfangs dazu gedacht, aber letztendlich ist ein Fernstudium sehr aufwändig und arbeitsintensiv. Da kann man sich schon mal 30-60 Minuten hinsetzten und sich überlegen, warum man sich den Stress überhaupt geben will. Bei mir war der Wunsch relativ zeitnah nach meinem Bachelorabschluss gereift, dass ich noch einen Master machen möchte. Allerdings war mir klar, dass ich weiterhin Vollzeit arbeiten werde und deshalb nur ein berufsbegleitendes Studium in Frage kommt, was mir volle Flexibilität bietet. Des weiteren bot mir mein Bachelorstudium an einer Fachhochschule kaum Möglichkeiten der Vertiefung und Spezialisierung. Wir hatten wie damals in der Schule einen Stundenplan, den es „abzuarbeiten“ galt. Bei VAWi habe ich die freie Wahl was und wie viel ich an Arbeitsaufwand pro Semester investieren will.

Präsenzphasen

Auftakt des Semesters bietet 2 Mal im Jahr eine Präsenzveranstaltung in Fulda. Freitags werden neue Kommilitonen vom VAWi Team begrüßt und bekommen Informationen zum Studium an die Hand.
Am Samstag gibt es i.d.R. 2-3 Vorträge von Professoren und einen Marktplatz, bei dem man sich über einzelne Module informieren kann. Für höhere Semester gibt es über die Lernplatzform Moodle vorab Informationen, welche Professoren in Fulda anwesend sind. Die Präsenzveranstaltung ist optional, man kann selbst entscheiden, ob man diese besuchen möchte. Für den Start kann ich diese Veranstaltung sehr empfehlen, man kann erste Kontakte knüpfen und da der Rest des Studiums hauptsächlich am heimischen Schreibtisch abläuft ist es eine gute Möglichkeit, sich im Gespräch über das Studium und einzelne Module zu informieren und einige Kommilitonen kennenzulernen. Ich habe von diesem ersten Präsenzwochenende noch einige Kommilitonen, mit denen ich mich sporadisch über die Modulwahl (und Empfehlungen) unterhalte.

Weitere Präsenzphasen gibt es nur während der Klausurphase die zweimal pro Semester stattfinden. Ein Klausurblock besteht aus jeweils 3 Tagen. Zu Beginn jedes Semesters werden die Zeiten der Klausurphasen bekanntgegeben, was auch für die Wahl des jeweiligen Moduls hilfreich ist. Zudem kann während des Semesters entscheiden, in welchem Block man seine Prüfung schreibt.

Betreuung

Eine pauschale Aussage zur Betreuung bei VAWi kann man (leider) nicht treffen. Zudem muss zwischen der (inhaltlichen) Modulbetreuung  und der organisatorischen Betreuung unterschieden werden.

Die Organisatorische Betreuung – in meinem Fall in Bamberg – ist wirklich exzellent. Man bekommt sehr schnell Antworten aus seine Fragen. In der Regel werden Emails innerhalb eines Tages beantwortet, manchmal aber auch länger. Ich hatte gerade zu Beginn meines Studiums ziemlich viele Fragen, die ich an die Ansprechpartner richten musste. Aber auch zwischendrin – Ummeldung zum zweiten Prüfungsblock, Namenswechsel – wurde mir immer schnell und freundlich geholfen.

Bei der Inhaltlichen Betreuung ist die Frage nicht ganz so leicht zu beantworten. Ich hatte  – besonders in diesem Semester – sehr gute Betreuung: Schnelle Antwortzeiten, viel (inhaltliche) Kommunikation mit dem Dozenten, gut aufbereitetes Studienmaterial. Ich hatte jedoch auch schon Module, bei denen weder die Kommunikation gut klappte, noch die  Materialien besonders hilfreich waren.

Ich plane zu den Modulen die ich empfehlen kann noch eigene Einträge zu verfassen.

Material & Studienleistungen

Die Materialien die man zu den einzelnen Modulen erhält sind sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zu anderen Fernstudiengängen erhält man keine Studienbriefe, sondern einen Zugang zum moodle, einer Lernplattform (kurz „LMS“).

Zu Beginn eines jeden Semesters hat man 3 Wochen Zeit sich seine Kurse anzusehen und zu wählen. Die Wahl kann zum einen durch die Klausurphasen erleichtert werden (finden beispielsweise die Klausuren zu den Modulen meiner Wahl am gleichen Tag oder an unterschiedlichen Tagen statt), aber auch durch die Aufbereitung des Materials / Lernkonzepts die einem während den 3-4 Monaten zur Verfügung stehen.

Es gibt Kurse, bei denen nur PDF-Skripte zur Verfügung stehen. Bei anderen Kursen werden PDF-Skripte und Videodateien bereitgestellt. Andere nutzen Quizfunktionen, Podcasts oder bieten Videokonferenztermine an.  Bei allen „Studienräumen“ sind aber die Foren zur Diskussion mit den Kommilitonen geöffnet und werden – mal mehr mal weniger – rege genutzt.

Das Besondere bei VAWi ist, dass es für jedes Modul Studienleistungen gibt, mit denen man semesterbegleitend Punkte (max. 20%) für die abschließende Klausur sammeln kann. Je nach Modul steht pro Semester 1 oder mehr Studienleistungen an. Auch diese sind ein Grund, zu Beginn des Semesters sorgsam zu wählen, da während des Semesters eine Überschneidung (auch mit Gruppenarbeiten) möglich ist und zu Zeitdruck führen kann. Aus diesem Grund sollte man in den 3 Wochen zu Beginn eines Semester – die der Modulwahl dienen – wenn möglich schon mit der Bearbeitung des Kurses beginnen um nicht zuviel Zeit zu verlieren.

Zusatzangebote

Neben dem regulären VAWi Studium hat man die Möglichkeit, diverse Zusatkurse zu belegen, die mit dem eigentlichen Studium nichts zutun haben und auch nicht anrechenbar sind. Ich sehe diese als Sahnehäubchen, die es ermöglichen, weitere Kenntnisse über den Studentenstatus (günstig) zu erhalten:

erp4students: Jedes Semester werden diverse SAP Kurse angeboten, bei denen man Semesterbegleitend ein Skript erhält und anhand diesem Fallstudien im SAP System bearbeiten kann. Ich habe bisher 3 Kurse besucht und fand sie sehr gut betreut: Den Grundlagenkurs Integrierte Geschäftsprozesse mit SAP ERP bei dem ich auch das SAP Zertifikat erworben habe, Einführung in SAP ERP Customizing und Einführung in SAP BW. Man erhält einen guten Überblick über das System und bekommt ein Teilnahmezerfitakat nach erfolgreicher Bearbeitung aller Fallstudien.

vhb: Ist die Virtuelle Hochschule Bayern – ein Zusammenschluss der Bayrischen Hochschulen – und somit nur für Bamberger Studierende möglich. Die Kurse sind als eingeschriebener Student kostenlos, jedoch bringen sie für das eigentliche VAWi Studium gar nichts. Ich fand die Möglichkeit trotzdem toll und habe einen sehr gut betreuten Kurs bei der zum Thema „ABAP“ absolviert. Die vhb bietet zu allen möglichen Gebieten Kurse an und ist definitiv ein Blick wert.

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