Murder-Park

Rezension: Murder Park

Auf „Murder Park“ von Jonas Winner habe ich mich gefreut, seitdem ich vor einigen Monaten beim Stöbern darauf gestoßen bin, weshalb ich es mir direkt am Erscheinungstag gekauft habe.

Inhalt

Vergangenheit: Die Insel Zodiac-Island ist ein Vergnügungspark mit Fahrgeschäften, Essbuden und Übernachtungsmöglichkeiten bis dort drei junge Frauen bestialisch ermordet werden. Der Täter wird gefasst und der Park für den Publikumsverkehr geschlossen.

20 Jahre später soll auf dieser Insel ein „Murder Park“ entstehen, ein Vergnügungspark bei dem Singles den Kick erleben können. Zudem werden Fotos, Dokumente und Habseligkeiten der Mörder und ihrer Fälle ausgestellt, die Museumsartig das Serienmörder-Feeling bieten sollen. 12 Menschen – Veranstalter, Personal und eine Auswahl an Journalisten – sollen von der Parkeröffnung ein Wochenende dort verbringen um über die Neueröffnung berichten zu können. Die nächste Fähre ist erst nach drei Tagen wieder vor Ort und das Morden beginnt…

Buchkritik

Keine Spoiler zu Mörder & Auflösung. Ich beschreibe aber diverse Theorien die ich beim lesen hatte, die sich aber nicht bewahrheitet haben. Leser, bei denen schon kleine Verhaltensweisen von Charakteren Spoiler darstellen, sollten nur das Fazit lesen

Nach den ersten 3-4 Kapiteln hatte ich eine Vermutung in welche Richtung das ganze Buch geht (Stichwort „Haper’s Island„) und war mir mit der Theorie so sicher, dass ich zu Beginn etwas frustriert war. Ich kann euch versichern: Dem ist nicht so! Ähnlich wie dem Abzählreim „10-kleine…“ werden die Protagonisten zwar weniger, aber es ist sehr spannend, diverse Theorien aufzustellen und immer wieder neu zu verwerfen. Das Buch war spannend und ich wollte unbedingt wissen, wie es endet! Das Ende war für mich unvorhersehbar, gut konstruiert & für mich mehr oder weniger schlüssig.

Von den Personen habe ich keinem wirklich über den Weg trauen können. Außerdem hatte ich nicht so richtig den Eindruck, dass in den jeweiligen Situationen angemessen reagiert wurde. Es wurde relativ wenig geweint / gekreischt, also das was man sich sonst so in solchen Büchern vorstellt.

Es gibt einige brutale Szenen die extrem ekelhaft sind. Wer einen flauen Magen hat, sollte vielleicht nicht zu dem Buch greifen, aber beim Titel „Murder Park“ kann man sich ja denken, in welchem Genre die Handlung zuhause ist.

Es gab zwei Aspekte in diesem Buch, die es mir erschweren, das Buch uneingeschränkt zu empfehlen:

  • Der Sprachstil ist oftmals sehr abgehackt. Sätze werden nicht zuende geführt oder abgebrochen. Mir ist bewusst, dass es sich um ein Stilmittel handelt, die die Angst und Hilflosigkeit der Charaktere widerspiegeln soll. Dieser Schreibstil hat bei mir aber dazu geführt, dass ich Abschnitte mehrmals lesen musste, weil ich dachte ich hätte etwas verpasst. Den Fall von unterbrochenem Lesefluss durchzog sich durch das gesamte Buch, was extrem störend war.
  • Es gibt diverse Szenen, in denen sich Charaktere im Buch näherkommen. Ich habe nichts gegen gute Liebesszenen, wenn sie passen. Ich fand es aber unrealistisch, dass man in Todesangst erstmal so „spitz“ wird, dass man alles um sich herum vergisst und sich einem anderen hingibt. Des Weiteren gibt es einen weiblichen Charakter, der selbst Gewalterfahrungen gemacht hat und sich willig einer Person an den Hals wirft. Dies führt zu einem schalen Geschmack beim lesen. Zuletzt hatte ich dieses Gefühl bei The Girl before. Ich weiß nicht, ob das ein neuer „Trend“ ist, aber ich finde sowas nur widerlich & möchte dies nicht mehr lesen müssen.

Fazit

Das Buch ist ein richtiger Pageturner mit einem sehr unerwarteten Ende, auf das ich selbst mit diversen Theorien nicht gekommen wäre. Allerdings hat das Buch einige Schwächen, die einen kompletten Genuss des Buches leider getrübt haben.

Aufgrund meines Zwiespalts viel es mir schwer, mich für eine klare Sterneanzahl zu entscheiden, weswegen ich mich für eine Mischung aus 3-4 Sternen entschlossen habe.

bis

Rezensionen anderer Murder Park-Leser:

Buchhaim

FiktiveWelten

 

Titel: Murder Park
Autor: Jonas Winner
Verlag: Heyne, 2017
Seiten: 414
Preis: 12,99 Euro

8 Antworten

  1. Interessant, worauf verschiedene Leser in ihren Rezensionen zum Murder Park zu sprechen kommen!

    Der Schreibstil, inklusive Abgehacktes usw. liegt mir offenbar. Was diese Singlesache anbelangt mit all ihren Folgen, vor allem gegen Ende, hätte ich darauf verzichten können. Das war aus meiner Sicht unnötig für das Gelingen der Geschichte. Eine Abwertung der Sterne gab es dennoch nicht, weil ich mich wirklich nonstop unterhalten gefühlt habe. Das Ende hätte ich auch anders bevorzugt, offen und ein anderer Täter, aber das ist wohl Geschmackssache.

    Ich hab deine Rezension bei mir verlinkt, ist doch ok?

    Liebe Grüße
    Patricia

    • jemima sagt:

      Hallo Patricia,

      das Problem mit den Singles ging scheinbar einigen so. Wegen der Bewertung war das Sterne-vergeben hier besonders schwer. Ich habe das Buch sehr gespannt gelesen & mich unterhalten gefühlt, aber zwischenzeitlich waren die Schwächen für mich ziemlich groß. 3 Sterne würden dem Buch nicht wirklich gerecht werden, weil es dafür zu gut war, für 4 Sterne hat mich leider zu viel gestört.

      Danke fürs verlinken. Hab schon „zurückverlinkt“.

      Viele Grüße,

      Jemima

  2. Hallöchen Jemima,
    Nachdem du erwähnt hattest, dass du das Buch schon gelesen und rezensiert hast, musste ich natürlich sofort vorbeischauen. Ich habe mal wieder richtig Lust auf einen spannenden Pageturner, der mich richtig in seinen Bann zieht. Schade, dass dich das Buch nicht 100%ig überzeugen konnte. Der Schreibstil kann einem wirklich viel Lesevergnügen verderben. Das hatte ich auch gerade bei einem sonst richtig guten Buch, wo ich mit dem Schreibstil einfach nicht klargekommen bin. Das ist wirklich schade.
    Aber ich freue mich trotzdem schon auf das Buch und bin gespannt, wie es mir gefallen wird.
    Danke für deine schöne Rezension und deine differenzierte Meinung.
    Liebe Grüße, Julia

  3. Gabi sagt:

    Hallo Jemima,

    abgehackte Sprache ist etwas, das mich sehr leicht stört und aus dem Lesefluss reißt, weil ich das Stilmittel einfach nicht mag. Und Deinen Kritikpunkt, was das „Zwischenmenschliche“ angeht, kann ich auch gut nachvollziehen.
    Ich bin aber meistens bereit, vieles durchgehen zu lassen, wenn das Buch mich mit Spannung wirklich packen kann. Und deshalb bleibt es weit oben auf meiner Leseliste, auch wenn ich mir der sicherlich berechtigten Kritik von Dir bewusst bin.

    LG Gabi

    • jemima sagt:

      Hallo Gabi,

      kann ich sehr gut nachvollziehen & würde ich an deiner Stelle auch so machen. Es war spannend und unvorhersehbar, weshalb es dann doch so schwierig war, dass Buch trotz der „Störfaktoren“ angemessen zu bewerten. Ich wünsche Dir viel Spaß beim lesen!

      Viele Grüße,

      Jemima

  1. 24. Juni 2017

    […] Hochhorst Buchblog […]

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