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Rezension: Drei Tage und ein Leben

Der 12-jährige Antoine erschlägt im Affekt den 6-jährigen Nachbarsjungen Rémi. Voller Panik entdeckt zu werden, vertuscht er die Tat und fürchtet fortan als Mörder entlarvt zu werden. Ein Jahrhundertsturm verwischt die Spuren, Antoines Schuld und Angst hingegen begleiten ihn weiterhin.

Sprachlich gelingt es Pierre Lemaitre mit seinem leichten französischen Erzählton den Leser bereits auf den ersten Seiten für sich zu gewinnen. Die Angst Antoines entdeckt zu werden ist über das gesamte Buch hinweg spürbar. Die Ungewissheit in den Tagen nach dem Mord kam mir jedoch stellenweise etwas zu lang vor, wobei ich diese trotzdem als nötig empfunden habe, um Antoines Gefühlswelt besser nachvollziehen zu können. Nach einem Zeitsprung löst sich dieses Gefühl aber komplett auf, da man erfährt, wie es Antoine Jahre nach der Tat ergangen ist und welche Auswirkungen die Angst auf sein Leben hat.

Tatsächlich ließ ihn die Angst nie los. Sie döste, schlief ein und kam wieder. Antoine lebte in der Überzeugung, dass der Mord ihn früher oder später einholen und sein Leben ruinieren würde. (S. 179)

Antoine hat über das gesamte Buch hinweg die Sympathie des Lesers. Seine Handlungen sind hierbei im Großen und Ganzen nachvollziehbar. Trotzdem hinterlassen seine Entscheidungen den Eindruck, dass an dem Tag von Rémis Tod auch Antoines Leben geendet hat.

Ein gutes Buch über eine lebenslange Schuld, dessen gesamte Tragik erst am Ende deutlich wird.

Titel: Drei Tage und ein Leben
Original: Trois jours et une vie
Autor: Pierre Lemaitre
Verlag: Klett-Cotta Verlag, 1. Auflage 2017 
Preis: 20 Euro

Vielen Dank an Vorablesen & den Klett-Cotta Verlag für das Rezensionsexemplar!

1 Antwort

  1. Manchnal gibt es zu einer Rezension nichts mehr zu sagen – fühle deine also mit diesem Kommi als geliked ;-*

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