Die Maschine steht still

Rezension: Die Maschine steht still

„Die Maschine steht still“ ist eine von E.M. Forster erstmals 1909 veröffentliche Kurzgeschichte.

Inhalt

In dieser Dystopie leben die Menschen in kleinen 6-eckigen Waben unter der Erde. Jeder Mensch lebt alleine und die Kommunikation sowie die Steuerung des Zimmers funktionieren fast ausschließlich über „DIE MASCHINE“, einer Internet-artigen Erfindung, die den Menschen Komfort ermöglichen soll.

Buchkritik

Die Geschichte war spannend zu lesen. Teilweise musste ich schmunzeln, u.a. auch, weil Teile des Textes mich an Situationen aus der heutigen Zeit erinnert haben.

Kommunikation ist zwischen den Menschen in Masse gegeben. Neben privaten Unterhaltungen sind Vorträge, sich gegenseitig auf Ideen zu bringen, sowie Produktivität das höchste Ziel. Diese Produktivität dient der „MASCHINE“ und nicht unbedingt dem Individuum.

Wie ist das neue Essen? Kannst du es empfehlen? Hast du Ideen gehabt in letzter Zeit? (S. 12)

Persönlicher Kontakt und menschliche Berührung kommen nicht mehr vor. Wenn es nicht anders geht, werden Reisen in Luftschiffen unternommen, die mich von der Beschreibung her an Situationen in Aufzügen unserer Gegenwart erinnert haben:

Die Passagiere in ihren Einzelkabinen mieden einander mit einem Gefühl, das an Ekel grenzte, und sehnten sich zurück unter die Erde. (S. 30)

Die Maschine ist wird von den Menschen nicht als Religion bezeichnet, aber sie wird wie eine Gottheit angebetet. Das Benutzerhandbuch stellt eine Art neuer Bibel dar.

‚DIE MASCHINE‘, riefen sie, ‚ernährt uns, kleidet uns und bietet uns Obdach. […] Die Maschine ist allmächtig und ewig. Gesegnet sei DIE MASCHINE‘. (S. 61)

Besonders wegen der vielen augenscheinlichen Parallelen zu unserer heutigen Gesellschaft sollte man diesen „Klassiker“ lesen. Wie der Titel schon verdeutlicht, bleibt nicht alles beim Alten. Ich möchte aber an dieser Stelle nicht zu viel verraten. Das Buch bleibt auf jeden Fall noch eine Weile im Gedächtnis.

Fazit

Ein sehr gutes, mit seinen knapp 80 Seiten sehr schnell gelesenes Buch voller Gesellschaftskritik und einer erstaunlichen Beschreibung einer Dystopie, der unserem bekannten Leben sehr ähnlich ist. Eine Bereicherung & klare Leseempfehlung für alle, die sich für Science-Fiction, Klassiker und Technologie interessieren.

Titel: Die Maschine steht still
Original: The Machine Stops (1909)
Autor: E. M. Forster
Verlag: Hoffmann und Campe, 2016
Seiten: 78
Preis: 15,00 Euro

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